Extrem effiziente Raumnutzung
Kundinnen und Kunden erleben Apotheken in erster Linie im Offizin – einem Raum, der seiner ursprünglichen Funktionen weitgehend beraubt und heute vor allem als Verkaufsfläche genutzt wird. Die eigentliche Funktionswelt, die den überwiegenden Teil der Apotheke ausmacht, wurde in den Hintergrund verlagert und bleibt für Außenstehende unsichtbar. Personal- und Funktionsräume sind jedoch essenzielle Bestandteile des Apothekenalltags. Der Platzbedarf ist entsprechend hoch, die Gewerbemieten meist ebenso.
Den zur Verfügung stehenden Platz optimal und multifunktional zu nutzen, versteht sich. Jedoch bringen bisweilen manche Optimierungen seltsame Erscheinungen und Abläufe hervor.
Pakete und Boxen versperren die Wege, das Umkleiden des Personals ist nur in Gangbereichen möglich, Regenwetter wird vollkommen ausgeblendet – für nasse Bekleidung findet sich oft kein Platz. Die Metamorphose des Labors oder der Rezeptur zur Kaffeezubereitung ist nicht allzu selten.
Selten, ja einmalig erscheint doch die erlebte Einnahme des Mittagessens auf dem Toilettenbecken. Die Pharmazeutin war vollständig bekleidet, der Toilettensitz geschlossen und die Tür der Box und des Vorraums geöffnet, um am Arbeitsleben der Apotheke beteiligt zu bleiben.
Die Apotheke ist ein Arbeitsplatz für spezialisierte und konzentrierte Tätigkeiten. Die dort Tätigen benötigen wie jeder Mensch Pausen und Zeit wie Gelegenheiten, Nahrung aufzunehmen. Ein angemessener Ort dafür schien extremer Optimierung zum Opfer gefallen oder vollkommen vergessen geraten zu sein.